Smith, J. (2016) Smartphone Addiction. https://www.youtube.com/watch?v=_uWKQzfk8BY
By Isabella Ramoser
Das Smartphone ist nun schon länger unser Begleiter und Helfer. Faktisch gesehen haben bis zu 96 % der deutschen Jugendlichen ein eigenes Handy, und dennoch sind die Grenzen, ab wann man zu viel am Handy sitzt oder nicht, vollkommen verschwommen. Dabei sollte man doch meinen, dass wenn so viele junge Mitglieder der Gesellschaft ein solches Gerät haben, auch auf die Folgen geachtet wird, welche durchaus auftreten können.
Vielleicht liegt dies daran, dass das Thema nicht gerade unkompliziert ist oder daran, dass das mit dem Definieren der unterschiedlichen Begriffe eine unangenehme Angelegenheit ist. Wann spricht man von einer Smartphone-Sucht? Gibt es offiziell überhaupt so etwas wie eine Smartphone-Sucht? Wann spricht man ‚bloß‘ von einer Nomophobie?
Smartphone-Sucht und Nomophobie
Offiziell gibt es die Smartphone-Sucht noch nicht, aber definieren kann man sie als eine unkontrollierte Nutzung, die zur Abhängigkeit des Gerätes führen kann. Die einzig offiziell anerkannte Internet-Sucht ist die Internet Gaming Disorder, welche sich, wie der Name schon sagt, auf die übermäßige Nutzung von Computerspielen und ihre Folgen bezieht.
Die Nomophobie hingegen ist die Angst, nicht zu seinem Telefon kommen zu können. Irgendwie sind beide Definitionen jedoch recht schwammig und lassen recht viel Spielraum für Interpretation übrig. Etwas, was es durchaus leicht macht sich selbst einzureden, dass man eben kein Suchtverhalten zeigt, weil man gute Gründe hatte, auf Social Media unterwegs gewesen zu sein oder was auch immer.
Dies ist natürlich ein wichtiger Faktor, der wiederrum berücksichtigt werden muss. War die Zeit, die ich auf meinem Gerät verbracht habe, sinnvoll? Oder habe ich bloß zwei Stunden sinnlos irgendwo im Netz herumgeklickt und eigentlich gar nichts gemacht?
Das Smartphone – Der Freund und Helfer
Im Alltag kann man das Handy kaum mehr wegdenken, es ist die zuverlässigste ‚Person‘ im Raum. Aber ob dies immer gut ist? Eine nicht so leicht zu beantwortende Frage, denn ob das Handy, einen negativen oder positiven Einfluss hat, das kommt nicht nur auf die Veranlagungen der jeweiligen Person an, sondern zum Beispiel auch auf die Umgebung.
Für manche Personen kann die Nutzung des Smartphones zum Beispiel Einsamkeit und Stress
verstärken oder Schlaf – und Gesundheitsprobleme erzeugen, oder das Selbstwertgefühl senken, bei anderen Personen kann die Smartphone Nutzung jedoch ebenso genau das Gegenteil bewirken.
Viele Menschen, bei denen sich die Smartphone-Nutzung negativ auswirkt, sind auch durchaus bereit zu versuchen, ihre Nutzung zu verringern, aber dies scheitert oft aus verschiedenen Gründen. Die
Angst etwas zu verpassen oder das Problem, dass schon alles ans Handy gekoppelt ist, sind nur zwei Gründe von mehreren, die es nicht leicht machen, das Handy kurz zu ignorieren.
Das Handy ist durchaus an vieles gekoppelt, wenn man nur kurz nachdenkt, fallen einem schon zig Beispiele ein. Schriftliche und mündliche Kommunikation mit Freunden und Familie, Taxi bestellen, Geld verwalten, Musik hören und Bücher und Nachrichten lesen, sind nur ein paar dieser Beispiele.
Lösungen?
Es gibt bereits diverse Lösungsansätze, einige, die gut funktionieren und andere, die nicht so gut funktionieren.
Einer dieser Lösungsansätze wären sogenannte Bildschirmzeitapps. Um ein paar Apps beim Namen zu nennen; Forest und YourHour, beide Apps sollen einen helfen, sich zu konzentrieren, beziehungsweise vom Handy fernzubleiben.
Ob dies jedoch hilft, hängt in diesem Falle stark von dem Benutzer ab. Jener muss erstmal erkennen, dass er ein Problem hat und dieses dann nicht einfach auf die Seite schieben, sondern auch handeln, um das Problem in den Griff zu kriegen. Dann muss der Nutzer auch noch seinen Plan in die Tat umsetzen.
Dieses Problem, das sich der Benutzer entscheiden muss, gegen seine mögliche Sucht vorzugehen, ist aber bei den meisten Lösungsansätzen der Fall. Es gibt zum Beispiel auch die Lösung das Handy in ein sogenanntes Handygefängnis zu sperren, wo es für einen gewissen Zeitraum eingesperrt werden kann. Die Lösung wäre, vor allem für Eltern von jüngeren Kindern praktisch, da sie so genau
kontrollieren können, wie lange das Kind das Handy verwendet, aber das kleine Gefängnis auch sicherlich ein witziger Gag sein kann. Bei Teenagern kann es der Meinung des Autors nach, wenn die Beziehung zu dem Kind schon generell nicht gut ist, noch eine größere Kluft in die Beziehung reißen.
Natürlich gibt es noch mehrere Lösungsansätze, welche funktionieren könnten, aber wie bei vielen Dingen, bei denen es sich um die mentale Gesundheit dreht, gibt es kein Rezept, das jedem hilft.
Weitere Blogposts, welche sich mit dem Thema oder Ähnlichen beschäftigen sind:
What smartphone addiction is, why it’s a problem, and how to fight it by Erwin Lima (https://lifebeyond.one/blogs/tech-impact/what-smartphone-addiction-is-why-it-s-a-problem- and-how-to-fight-it)
Constant carving: how digital media turned us all into dopamine addicts by Jamie Waters (https://www.theguardian.com/global/2021/aug/22/how-digital-media-turned-us-all-into- dopamine-addicts-and-what-we-can-do-to-break-the-cycle)
I’m Addicted to My Phone. How Can I Cut Back? By Annie Sneed (https://www.nytimes.com/2022/02/08/well/live/smartphone-addiction-tips.html)
Referenzen
- Kraut, R., Patterson, M., Lundmark, V., Kiesler, S., Mukopadhyay, T., & Scherlis, W. (1998). Internet paradox: A social technology that reduces social involvement and psychological well-being. American Psychologist, 53(9), 1017–1031.
- Lee, A. R., Son, S.-M., & Kim, K. K. (2016). Information and communication technology overload and social networking service fatigue: A stress perspective. Computers in Human Behavior, 55, 51–61. https://doi.org/10.1016/j.chb.2015.08.011
- Valkenburg, P. M., & Peter, J. (2007). Online communication and adolescent well-being: Testing the stimulation versus the displacement hypothesis. Journal of Computer-Mediated Communication, 12(4), 1169–1182
- Vanden Abeele, M. M. P., Halfmann, A., & Lee, E. W. J. (2022). Drug, demon, or donut? Theorizing the relationship between social media use, digital well-being and digital disconnection. Current Opinion
- in Psychology, 45, 101295. https://doi.org/10.1016/j.copsyc.2021.12.007
- Yildirim, C., & Correia, A.-P. (2015). Exploring the dimensions of nomophobia: Development and validation of a self-reported questionnaire. Computers in Human Behavior, 49, 130–137. https://doi.org/10.1016/j.chb.2015.02.059
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